Wenn Glücksspiel zur Sucht wird
ISD und Uni Bremen untersuchen Glücksspielverhalten und Glücksspielprobleme in Deutschland
Mit dem Glücksspiel-Survey soll ein Beitrag geleistet werden, die epidemiologischen Erkenntnisse über die Glücksspielteilnahme und -probleme der bundesdeutschen Bevölkerung weiter zu verbessern. Auf der Grundlage solcher – in zweijährigen Abständen – erhobenen Daten können Maßnahmen des Jugend- und Spielerschutzes evaluiert und gegebenenfalls verbessert werden.
Der Glücksspiel-Survey wurde seit 2007 zehnmal durchgeführt, seit 2021 vom Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) und der Universität Bremen (Arbeitseinheit Glücksspielforschung). Für die Datenerhebung war erneut die INFO GmbH Markt- und Meinungsforschung verantwortlich.
Die Befragten gaben nicht nur an, welche Glücksspiele sie wie häufig spielen, sondern beantworteten auch Fragen aus verschiedenen psychologischen Testverfahren zur Ermittlung einer Abhängigkeit, der psychischen Gesundheit und erstmals kognitiver Verzerrungen.
Mehr als ein Drittel der Bevölkerung (36,4 %) hat in den letzten 12 Monaten an mindestens einem Glücksspiel um Geld teilgenommen. Die beliebtesten Glücksspiele waren dabei Lotto 6aus49 (18,3 %) und der Eurojackpot (13,8 %). An riskanten Glücksspielformen (Automatenspiel, Kasinospiele, Sportwetten und KENO) haben 7,5 Prozent der Bevölkerung in den letzten 12 Monaten teilgenommen.
Bei 5,5 Prozent der 18- bis 70-jährigen Befragten ist ein riskantes Spielverhalten nicht auszuschließen, bei 2,2 Prozent liegt eine glücksspielbezogene Störung vor (Screening auf Basis der aktuellen Kriterien des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (DSM-5)).
Mit dem Glücksspiel-Survey 2025 wurden erstmalig auch Daten zur Teilnahme am Daytrading erhoben (Handelsaktivitäten auf Finanzmärkten, bei denen die Marktteilnehmer*innen Finanzinstrumente innerhalb eines einzigen Handelstages kaufen und verkaufen). 6,5 Prozent aller Befragten gaben an, in den letzten 12 Monaten kurzfristige Börsengeschäfte (Daytrading) getätigt zu haben. Von den Daytrader*innen, die einmal im Monat oder häufiger solche kurzfristigen Börsengeschäfte getätigt haben, haben sich 63,7 Prozent auch an Glücksspielen beteiligt und 12,1 Prozent erfüllen die Kriterien einer glücksspielbezogenen Störung.
Methodisch wurde die Untersuchung im Mixed-Mode-Design aus CATI-Interviews (Random-Stichprobe im Dual-Frame-Design) und Online-Interviews (CAWI) durchgeführt. Insgesamt wurden n=12.340 Personen bevölkerungsrepräsentativ zwischen August und November 2025 befragt.
Die vollständigen Ergebnisse des Glücksspiel-Survey finden sich auf der Internetseite des ISD unter: