Zwischenbericht zum Umbau der Tierhaltung des BMLEH

eine schweinsnase ist zu sehen, die sich durch ein Holzgatter drückt zur Studie Zwischenbericht zum Umbau der Tierhaltung des BMLEH

Zwischenbericht zum Umbau der Tierhaltung des BMLEH | Zwischenbericht zur Evaluierung der Förderung investiver Vorhaben beim Umbau der Tierhaltung im Auftrag des BMLEH

Die INFO GmbH evaluliert gemeinsam mit dem IfLS und der DLG e.V. die investive Förderung im Rahmen des Bundesprogramms Umbau der Tierhaltung. Der Zwischenbericht, der auch erste Ergebnisse der von INFO durchgeführten Befragungen von geförderten und anderen schweinehaltenden Betrieben sowie der Bevölkerung enthält, wurde vom Auftraggeber zur Veröffentlichung freigegeben.

Rund ein Viertel der Schweinehalterinnen und Schweinehalter (24%) bewertet die gegenwärtige wirtschaftliche Lage des eigenen Betriebs als (sehr) gut. Etwa ein Zehntel der Befragten in schweinehaltenden Betrieben erwartet eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des eigenen Betriebs in einem Jahr, gut die Hälfte geht von keiner Veränderung aus. Rund vier von zehn Befragten erwarten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in einem Jahr.

Die Befragten von schweinehaltenden Betrieben sehen in den Belastungen durch Bürokratie und Verwaltung sowie in den zu geringen Erzeugerpreisen die größten Risiken für den Fortbestand des Betriebs. Beide Aspekte werden von über 80% der Schweinehalterinnen und Schweinehalter als (sehr großes) Risiko eingestuft.

Rund drei Viertel der Befragten in schweinehaltenden Betrieben ist das Bundesprogramm „Umbau der Tierhaltung“ zumindest namentlich bekannt. 

Etwa drei Viertel der Förderempfänger sind mit der investiven Förderung im Rahmen des BUT eher oder sehr zufrieden.

Befragte, die ihre Investition bereits abgeschlossen haben, sehen die stärksten Verbesserungen beim Tierverhalten und den Beschäftigungsmöglichkeiten sowie in der gesellschaftlichen Akzeptanz der Schweinehaltung. Drei Viertel der Befragten mit abgeschlossener Investition würden anderen Betrieben die Teilnahme an der Förderung weiterempfehlen.

Das IfLS führte 2025 Interviews mit Behörden, Verbänden und Beratungseinrichtungen, um ggf. frühzeitig Verbesserungsempfehlungen für die Umsetzung der Förderung geben zu können. Aus der Analyse der Gespräche lässt sich als Empfehlung ableiten, das Förderprogramm stärker mit Bau-, Immissionsschutz- und Tierhaltungsrecht abzustimmen, um die Planung und den Stallbau zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Aus der Bevölkerungsbefragung lässt sich als erstes Fazit ableiten, dass Tierwohl den Befragten wichtig ist: Wenn die Tierhaltung als solche im Fokus steht, stimmen große Mehrheiten Aussagen zu, die eine artgerechte Haltung für richtig halten und eine moralische Verantwortung des Menschen gegenüber Tieren benennen. Gleichwohl wird das Halten und Töten von Tieren zu Ernährungszwecken nicht grundsätzlich in Frage gestellt und es wird eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz für Tierhaltung wahrgenommen. Dementsprechend werden auch Maßnahmen, die die Haltungsbedingungen verbessern, befürwortet und als gesellschaftlich akzeptiert angenommen.

Die Landwirtschaft hat bei den Befragten selbst ein hohes Ansehen, auch im Hinblick auf die Einhaltung und Verbesserung des Tierwohls. Dass Landwirte auch in der Gesellschaft eine große Anerkennung erfahren, wird jedoch mehrheitlich nicht angenommen.

Die Verantwortung für eine Erhöhung des Tierwohls wird als gesamtgesellschaftliche Aufgabe aller Akteure angesehen, wobei den unmittelbar mit den Tieren Beschäftigten (Landwirte, fleischverarbeitende Industrie) und dem Staat (inklusive Veterinärämter) allerdings eine besonders hohe Verantwortung zugesprochen wird.

Die Kaufentscheidung für Fleisch- und Wurstprodukte hängt allerdings nicht nur von den Haltungsbedingungen und der tierwohlgerechten Erzeugung ab. Erneut zeigt sich der starke Einfluss des Preises, der mindestens eine gleich hohe Relevanz hat. Die größte Bedeutung haben allerdings Qualitäts- und Frischeaspekte. Bei nachgewiesener besserer Haltungsform – zum Beispiel durch eine entsprechende Kennzeichnung des Produkts – ist allerdings durchaus eine höhere Zahlungsbereitschaft erkennbar. In der Selbsteinschätzung der Befragten stammen allerdings schon heute rund 40 % der eingekauften Fleischwaren aus den beiden höchsten Haltungsformen.

Die Wichtigkeit von Tierwohlkriterien spiegelt sich auch im Zusammenhang mit Siegeln und Kennzeichnungen von Fleischprodukten wider: Am ehesten erwartet die Bevölkerung – neben Angaben zur Qualität und Regionalität – Hinweise zur Haltungsform und tierwohlgerechten Erzeugung. Zudem sind derartige Siegel vielfach bekannt. Seltener, aber mehrheitlich wird den Angaben auch vertraut.

Das Bundesprogramm „Umbau der Tierhaltung“ ist nur wenig bekannt (13 %), wird aber überwiegend als (sehr) gut bewertet, zumal die Befragten vielfach Verbesserungen bei den geförderten Betrieben vor allem im Bereich Tierhaltung, Stallklima, Hygiene und Tierverhalten erwarten. Ebenso rechnen sie aber auch mit steigenden Verbraucherpreisen, so dass nur vereinzelt mehr Fleisch und Wurstwaren gekauft würden.

Der vollständige Zwischenbericht kann hier eingesehen werden:

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